Praxistest

eFlotte in Unternehmen und öffentlichen Verwaltungen

Die landesweite Aktion „eFlotte – elektromobil unterwegs“, organisiert in Zusammenarbeit mit dem Land Sachsen-Anhalt und der Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH, richtet sich gezielt an Unternehmen und öffentliche Verwaltungen. Sie können sich dafür bewerben, ein von uns gestelltes Elektrofahrzeug zwölf Tage lang in die eigene Flotte zu integrieren, um dessen Vorteile in Echtzeit und unter realen Bedingungen zu erfahren. Auch während der Arbeitsrandzeiten sollen die Elektrofahrzeuge den Teilnehmenden zur Verfügung stehen, um so eine möglichst hohe Auslastung zu erreichen.

Elektrisch – vernetzt – unterwegs

Grüne Mobilitätskette verzahnt Angebote in Mitteldeutschland

Wie man sich in Mitteldeutschland auf effiziente Art elektromobil fortbewegen kann, darum geht es im Projekt „Grüne Mobilitätskette“, das gemeinsam von Partnern aus Sachsen-Anhalt und Thüringen umgesetzt wird. Federführend ist die Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH, Förderer ist unter anderem das Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr Sachsen-Anhalt.

Stand früher das eigene Auto für unbegrenzte Freiheit, führen in e-mobilen Zeiten viele Wege zum Ziel: Bus und Bahn, E-Carsharing, elektrisches Leihfahrrad oder eigenes Elektrofahrzeug – für jeden Anlass sucht man sich die passenden Transportmittel und kombiniert sie nach Belieben. Das Smartphone weiß, wie man am einfachsten von A nach B kommt und bucht die passende Fahrt oder das Fahrzeug gleich dazu.
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Da setzt die „Grüne Mobilitätskette“ an. Das Projekt verknüpft Elektrofahrzeuge mit Auskunfts- und Buchungsdiensten sowie dezentraler Stromerzeugung und Lademöglichkeiten zuhause und an öffentlichen Plätzen. Unter anderem wurden Ladesäulen an Bahnhöfen aufgestellt und individuelle Nutzungsangebote erarbeitet, die verschiedene Verkehrsmittel einschließen. Die Projektbeteiligten haben eine vielseitige App entwickelt: Sie gibt Fahrplanauskünfte, verkauft verschiedene Fahrscheine und bucht Carsharing-Angebote. Dazu bietet sie umfangreiche Informationen zur Elektromobilität in den beteiligten Regionen. Mit der „Grünen Mobilitätskette“ ist Sachsen-Anhalt der Vision einer umfassenden, elektrisch angetriebenen Fortbewegung für jedermann einen Schritt näher gerückt.

Erfahrungsbericht: Energieavantgarde Anhalt

Künftige Bedeutung der Elektromobilität erforschen

Noch sind es wenige. Doch diejenigen, die Elektrofahrzeuge ausprobiert haben, schwärmen davon. So hat Rolf Hennig, erfahrener Solarprojektierer und leitender Administrator der Energieavantgarde, aus eigener Erfahrung viele Argumente für Elektrofahrzeuge zusammengestellt: „Elektromotoren haben einen extrem hohen Wirkungsgrad von rund 90 Prozent, Benzinmotoren gerade einmal rund 25 Prozent, Dieselmotoren 30 Prozent.

Der Elektromotor hat ein beeindruckendes Drehmoment, und das vom Stand weg. Elektroautos haben viel weniger bewegliche Teile, es gibt kein Getriebe – außer eine einfache Untersetzung, keine Lichtmaschine, keinen Keilriemen, keinen Vergaser, kein Motoröl, keinen Auspuff, keinen Katalysator, keinen Zahnriemen, keinen Luftfilter und so weiter. Das heißt, sie sind dadurch auch viel weniger anfällig für Reparaturen. Und Abgasuntersuchungen entfallen, da abgasfrei.“
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Doch die Begeisterung Einzelner wird nicht genügen: Ladeinfrastruktur ist im ländlichen Raum ein Schlüsselthema, und natürlich ist Elektromobilität nur auf Basis regenerativer Energien ein Klimagewinn.

Daher untersucht die Energieavantgarde im Reallabor die Auswirkungen und Chancen dessen, was die Experten “Sektorkopplung“ nennen. Strom, Wärme und Mobilität aus erneuerbaren Energien – wie verhalten sie sich zueinander und wie ergeben sie einen regionalen Balancekreis des neuen Energiezeitalters?

Besonders die Datenlage im Bereich der Mobilität ist noch kaum erschlossen. Wie viel Strom an sonnigen, windreichen Tagen könnte eine mögliche Elektrofahrzeug-Flotte in den Landkreisen Wittenberg und Anhalt-Bitterfeld sowie der Stadt Dessau-Roßlau zwischenspeichern, um Windräder und Photovoltaik-Parks nicht abschalten zu müssen?

Wie also trägt die Elektromobilität zur Stabilität des neuen Energiezeitalters bei? Gemeinsam mit Stadtwerken, Verkehrsbetrieben und den Wissenschaftspartnern des Innovationszentrums für Mobilität und gesellschaftlichen Wandel (InnoZ) hat die Energieavantgarde Anhalt die Erforschung dieser Zukunft begonnen. Mehr dazu gibt es auf www.energieavantgarde.de.

Text: Energieavantgarde Anhalt
Foto: Rolf Hennig

Erfahrungsbericht

Stadtwerke Halle (Saale) setzen auf vielseitige elektrische Fahrzeugflotte

Beim Thema Elektromobilität nehmen die Stadtwerke Halle (Saale) seit Jahren eine Vorreiterrolle ein. Der Aufbau einer umweltschonenden Flotte mit Elektrofahrzeugen ist dabei eine unserer wichtigsten Entwicklungen: Unseren Mitarbeitern stehen insgesamt drei E-Transporter, elf E-Pkw, ein E-Motorroller sowie sechs E-Bikes zur Verfügung. Im Laufe der kommenden Jahre planen wir, sukzessive weitere Elektrofahrzeuge in unserer unternehmenseigenen Fahrzeugflotte einzusetzen.

Effizient und umweltfreundlich: der E-Transporter
Die Elektro-Transporter vom Typ Eco Carrier arbeiten zu 100 Prozent mit neuester Akku-Technologie und werden in den Bereichen Gebäudemanagement und Flächenreinigung/Papierkorbentsorgung eingesetzt. Sie verursachen nur rund 30 Prozent der Kosten herkömmlich eingesetzter Transportfahrzeuge. Das einmalige Aufladen eines Akkus kostet zwischen 2,50 und 4 Euro. Je nach Fahrweise beträgt die Reichweite 80 bis 100 Kilometer. Unsere Mitarbeiter können damit ihrem ganz normalen Arbeitsalltag nachgehen – und gleichzeitig aktiv Gutes für die Umwelt tun.
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Mit vielen PS und wenigen Emissionen: das E-Auto
Mit unseren E-Autos fahren Mitarbeiter ökologisch. Zum Beispiel mit dem Toyota Prius Plugin: Dieser fährt die ersten 25 Kilometer rein elektrisch und anschließend wie ein normales Hybridfahrzeug. Der Akku kann dabei an jeder haushaltsüblichen Steckdose aufgeladen werden – gewinnt aber auch beim Bremsen und Rollen wieder Energie zurück.

Für kurze Fahrten im Stadtgebiet: der E-Roller
Wenn unsere Mitarbeiter nur im unmittelbaren Stadtgebiet unterwegs sind und keine großen Lasten transportieren müssen, ist der E-Roller eine gute Alternative zum Auto. Mit einer Reichweite von gut 60 Kilometern eignet er sich hervorragend für eine kurze Dienstfahrt – und ein Parkplatz ist mit dem kleinen Gefährt immer schnell gefunden. Ist der Akku dann mal leer, steht der Roller nach einer Ladezeit von nur knapp 4 Stunden bereits dem nächsten Mitarbeiter zur Verfügung.

Entspannt und ökologisch zur Arbeit: das Elektro-Rad
Auch unsere E-Bikes werden rege genutzt: Jährlich erledigen unsere Mitarbeiter mehr als 250 Dienstgänge per Rad. Dadurch können etwa 300 Kilogramm CO2-Emissionen vermieden werden. Auch unseren Kunden bieten wir die Möglichkeit, sich umweltschonend fortzubewegen und unsere E-Bikes zu nutzen: Ihnen stehen sechs Räder zur Verfügung, welche sie kostenfrei ausleihen können. Mehr Infos unter www.neogrün.de und www.evh.de.

Text und Foto: Stadtwerke Halle (Saale)

Schuko, Wallbox oder Schnellladung

So laden Sie den Akku Ihres Elektrofahrzeugs

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, ein Elektrofahrzeug aufzuladen.
Stromtankstellen: Gleichstrom-Schnellladepunkte ermöglichen ein Aufladen (etwa 80 Prozent) innerhalb von circa 30 Minuten. Des Weiteren bieten öffentliche Ladestationen häufig Wechselstrom-Anschlüsse, die mit bis zu 22 Kilowatt ausgestattet sind – und an denen ebenfalls eine akzeptable Ladedauer möglich ist. Zudem sind Ladestationen meist mit 230-Volt-Anschlüssen für haushaltsübliche Schuko-Stecker ausgestattet. Um den Fahrzeug-Akku zu laden, schließen Sie das Elektroauto an die vorgesehene Station an. Es gibt kostenfreie und kostenpflichtige Ladesysteme – und die Bezahlsysteme unterscheiden sich.

Für das Laden von Elektrofahrzeugen an den dienstlichen Stellplätzen haben sich aufgrund der längeren Standzeiten der Fahrzeuge, insbesondere über Nacht, zwei Möglichkeiten durchgesetzt:
Schuko-Steckdose: Das Laden ist über jede haushaltsübliche Schuko-Steckdose möglich und dauert circa dreieinhalb bis 12 Stunden. Ein Aufladen über Nacht ist gut und sicher möglich. Auch ist es möglich, das Elektrofahrzeug beispielsweise in der Betriebsgarage ohne spezielle zusätzliche Infrastruktur aufzuladen.
Wallbox: Automobilhersteller bieten zu ihren Fahrzeugen in der Regel auch die Installation einer speziellen Wallbox an. Diese ermöglicht eine höhere Ladeleistung bis 22 Kilowatt Wechselstrom-Ladung, so dass eine leere Fahrzeug-Batterie in circa dreieinhalb bis neun Stunden wieder vollgeladen ist.

Lange Zeit setzten die Hersteller auf unterschiedliche Steckersysteme. Doch in Europa gelten mit dem Typ-2-Stecksystem einheitliche Standards. Diese werden in den technischen Vorgaben für neu zu errichtende öffentliche Ladepunkte in Deutschland seit März 2016 durch die Ladesäulenverordnung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) reguliert.

Weitere Stromtankstellen finden Sie hier:
www.plugfinder.de
www.smarttanken.de
www.goingelectric.de/stromtankstellen
www.lemnet.org

Fraunhofer-Studie

Wie sich der Markt bis 2020 entwickelt

Welcher Marktanteil von Elektrofahrzeugen ist in Deutschland bis zum Jahre 2020 zu erwarten? Dieser Frage geht eine 2013 entstandene Studie des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI) nach. Dazu wird unter anderem das ökonomische Potenzial von Elektrofahrzeugen unter Berücksichtigung mehrerer Tausend realer Fahrprofile konventioneller Fahrzeuge erhoben. Die wesentlichen Ergebnisse der Studie sind:

  • Ein interessantes ökonomisches Potenzial weisen rein gewerbliche Flotten auf, die circa 30 Prozent des Neuwagenmarktes ausmachen. Die Gründe liegen in den entsprechenden Fahrprofilen mit oftmals planbaren Routen, den spezifischen ökonomischen Rahmenbedingungen wie dem Wegfall der Mehrwertsteuer, die sich gerade bei den höheren Kaufpreisen von Elektrofahrzeugen positiv auswirken, und der hohen Relevanz der Wirtschaftlichkeit im Entscheidungsprozess bei der Fahrzeuganschaffung.
  • Verschiedene Politikmaßnahmen wie die Einführung von Sonderabschreibungsmöglichkeiten, eine Pauschalsubvention oder das Angebot zinsgünstiger Kredite könnten den Markthochlauf beschleunigen. Mit vergleichsweise überschaubarer finanzieller Förderung kann man bei gewerblichen Flotten ein deutliches Marktwachstum erzielen. Sonderabschreibungen bieten sich hier an. Allerdings erfordert eine umfassende Bewertung von Politikmaßnahmen auch die Analyse volkswirtschaftlicher Effekte. Diese werden in der vorliegenden Studie nicht betrachtet.
  • Zur Gruppe der Dienstwagen-Nutzenden, die einen relevanten Marktanteil bei den Neuwagen ausmachen und die insbesondere für das Pkw-Premium-Segment wichtig sind, liegen bislang wenige öffentlich verfügbare empirische Daten und Untersuchungen vor. Der Entscheidungsprozess ist komplex und noch wenig untersucht, da hier Interessen der Firmen- wie auch Pkw-Nutzenden in Einklang zu bringen sind. Das Umstellungspotenzial ist aus rein ökonomischer Sicht vermutlich beschränkt, da die Nutzenden teilweise ungünstige Fahrprofile mit oftmals langen Einzelwegstrecken aufweisen. Im Dienstwagen-Bereich besteht noch weiterer Forschungsbedarf.

Die Kurzfassung und weitere Ergebnisse der Studie finden Sie hier.

Gewerblicher Einsatz von Elektrofahrzeugen

Studie: Steigende Wirtschaftlichkeit und Akzeptanz

Die Akzeptanz elektromobiler Nutzung in Unternehmen steigt weiter. Die positiven Umwelteigenschaften der Elektrofahrzeuge im eigenen Fuhrpark spielen dabei zunehmend eine Rolle − und das nicht nur aus Image-Gründen, sondern auch aus ökonomischer Sicht.

Der Öko-Institut e.V. hat im Auftrag des Verbandes der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V. (VDE) eine Studie zur „Elektromobilität im Wirtschaftsverkehr“ erstellt. Das Ergebnis dieser Studie spricht für sich:

  1. Gerade elektrische Pkw und leichte Nutzfahrzeuge in gewerblichen Fuhrparks können wirtschaftlich betrieben werden. Denn bei hohen Jahresfahrleistungen und langer Haltedauer lohnt sich wirtschaftlich der Einsatz von Elektrofahrzeugen schon heute.
  2. Könnte das Potenzial von 700.000 batterieelektrischen Pkw und leichten Nutzfahrzeugen bis zum Jahr 2020 tatsächlich erschlossen werden, so wäre dies – unter der Voraussetzung einer vollständigen Bereitstellung des Strombedarfs aus regenerativen Energien – mit einer Minderung der verkehrsbedingten Treibhausgasemissionen im Jahr 2020 um ganze 2,6 Millionen Tonnen verbunden. Ein Meilenstein der Energiewende.


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